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Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Investieren kann über unterschiedliche Zeiträume hinweg erfolgen, und das langfristige Halten von Wertpapieren ist eine weit verbreitete Strategie. Dieser Leitfaden zum langfristigen Investieren erläutert die Grundlagen dieses Ansatzes, vergleicht ihn mit kurzfristigem Trading und zeigt, wie er umgesetzt werden kann.
Wenn Sie also daran interessiert sind, Vermögenswerte über Monate oder Jahre zu kaufen und zu halten, erfahren Sie hier mehr in unserem Leitfaden zum langfristigen Investieren.
Langfristiges Investieren bedeutet, Anlagen über einen längeren Zeitraum zu halten, in der Regel über Monate oder Jahre hinweg. Es gibt jedoch keine festen Regeln dafür, wie lange ein Wertpapier gehalten werden muss, um als langfristige Investition zu gelten. Wenn Sie beispielsweise eine Position zwei Monate halten, gilt dies nicht automatisch als langfristige Anlage.
Anstatt feste Zeiträume zu definieren, ist es sinnvoller, den Kontext zu betrachten. Dazu sollten Sie die jeweiligen Wertpapiere analysieren, in die Sie investieren. So ist beispielsweise Devisenhandel (Forex) oft schnelllebiger als der Aktienhandel und kann mit höheren Risiken verbunden sein, da die Preise tendenziell stärker schwanken.
Daher nutzen einige Forex-Trader tägliche, stündliche oder noch kürzere Zeitrahmen und eröffnen sowie schliessen Positionen häufig. Die Haltedauer variiert je nach Strategie. Auch Aktienkurse können sich zeitweise schnell verändern, doch das Tempo der Kursbewegungen hängt vom jeweiligen Markt und den Bedingungen ab. Aktienhändler konzentrieren sich häufig auf tägliche und wöchentliche Entwicklungen.
Vor diesem Hintergrund kann eine langfristige Position im Forex-Handel das Halten eines Währungspaares über mehrere aufeinanderfolgende Wochen bedeuten. Beim Investieren in Aktien kann eine langfristige Position mehrere Monate oder Jahre bestehen. Grundsätzlich bedeutet langfristiges Investieren also, ein Wertpapier über einen längeren Zeitraum zu halten, wobei die genaue Definition je nach Kontext variieren kann.
Wenn Sie einen kurzfristigen Forex-Handelsansatz verfolgen und eine Position beispielsweise drei Wochen halten, kann dies bereits überdurchschnittlich lang sein. Wenn Anleger Aktien dagegen üblicherweise nur einige Wochen halten und Sie Ihre Position ein Jahr lang behalten, handelt es sich um eine langfristige Investition.
Es ist ausserdem wichtig, in allgemeinen Kategorien zu denken. Deshalb spricht man von Position Trading, wenn ein Wertpapier über Monate oder Jahre gehalten wird. Im Detail ist jedoch der Kontext entscheidend, und Sie sollten stets die Eigenschaften der jeweiligen Anlage berücksichtigen.
Anleger halten langfristige Positionen, weil sie davon ausgehen, dass der Wert eines Wertpapiers im Laufe der Zeit steigt. Um dies zu veranschaulichen, betrachten wir ein Beispiel aus der Praxis. Menschen investieren in klassische Autos, weil sie davon ausgehen, dass diese Vermögenswerte einen inhärenten Wert besitzen, der ihren Preis steigen lässt.
Seltenheit, Alter und Attraktivität tragen zu diesem inhärenten Wert bei. Je älter ein klassisches Auto wird, desto seltener ist es und – für manche – desto begehrter wird es. Natürlich spielen auch andere Faktoren wie der Zustand des Fahrzeugs und die Marktlage eine Rolle. Dennoch berücksichtigen langfristige Anleger in erster Linie die grundlegenden Eigenschaften eines Vermögenswerts.
Dasselbe gilt für Anleger, die langfristig in Aktien investieren. Sie analysieren die Fundamentaldaten eines Unternehmens, sein Angebot, seine Marktposition bzw. sein Potenzial sowie seine Finanzkennzahlen. Deuten diese Faktoren auf Wachstum hin, kann es sinnvoll sein, die Aktie zu kaufen und zu halten. Auch aktuelle Einflussfaktoren wie die Marktlage sind wichtig. Dennoch spielt die Bewertung der Fundamentaldaten eine zentrale Rolle bei der Einschätzung des Potenzials eines Unternehmens.
Es ist jedoch auch möglich, langfristig Short-Positionen zu halten. Eine Short-Position bedeutet, dass Sie auf fallende Kurse spekulieren. Solche Positionen können ebenfalls über längere Zeit gehalten werden. Diese Strategie ist jedoch mit höheren Risiken verbunden, da potenzielle Verluste erheblich sein können. Daher wird sie weniger häufig angewendet.
Viele Anleger verstehen unter langfristigem Investieren das Halten von Positionen in Wertpapieren, von denen sie erwarten, dass deren Wert im Laufe der Zeit steigt.
Eine weitere hilfreiche Möglichkeit, langfristiges Investieren zu definieren, besteht darin, es vom kurzfristigen Trading abzugrenzen. Kurzfristiges Trading umfasst in der Regel das mehrmalige Öffnen und Schliessen von Positionen innerhalb von Stunden, Tagen oder wenigen Tagen.
Im Grunde halten Sie ein Wertpapier dabei nie über einen längeren Zeitraum, da das vorrangige Ziel darin besteht, von kurzfristigen Kursbewegungen zu profitieren.
Aus diesem Grund nutzen kurzfristige Trader, etwa Daytrader, häufig Differenzkontrakte (CFDs), um sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu setzen. CFDs sind jedoch komplexe Instrumente und können Hebel beinhalten, wodurch Verluste verstärkt werden können. Daher sind sie nicht für alle Anleger geeignet.
Kurzfristiges Trading kann eine risikoreichere Strategie sein, da versucht wird, Marktbewegungen vorherzusagen, bevor sie eintreten. Die Ergebnisse sind jedoch ungewiss, und Verluste können erheblich sein.
Nachdem wir eine grundlegende Definition des kurzfristigen Tradings gegeben haben, zeigt die folgende Übersicht die wichtigsten Unterschiede zum langfristigen Investieren:
| Langfristiges Investieren | Kurzfristiges Trading | |
|---|---|---|
| Verwendete Analyse | Fundamentalanalyse – langfristige Anleger bewerten die grundlegenden Eigenschaften eines Wertpapiers, um dessen langfristiges Potenzial einzuschätzen. Ziel ist es, eine Anlage zu halten, deren Wert voraussichtlich steigen wird. | Technische Analyse – kurzfristige Trader konzentrieren sich auf Kursbewegungen und weniger auf die fundamentale Qualität eines Wertpapiers. Entscheidend sind Marktbedingungen, jüngste Kursentwicklungen und kurzfristige Trends. |
| Kosten | Kommissionen, Fondsgebühren und andere Kosten spielen weiterhin eine Rolle, auch wenn eine geringere Handelsfrequenz die Transaktionskosten reduzieren kann. | Kurzfristige Trader müssen Transaktionskosten stärker berücksichtigen, da bei jeder Order Gebühren anfallen können. |
| Risiko-Rendite-Ansatz | Langfristiges Investieren kann einige Risiken des häufigen Handelns reduzieren, bleibt jedoch mit Marktrisiken verbunden und Verluste sind möglich. Kurzfristige Schwankungen werden meist weniger beachtet, der Fokus liegt auf der langfristigen Wertentwicklung. | Kurzfristige Trader versuchen, durch Ausnutzen von Kursbewegungen schnell Gewinne zu erzielen. Dies kann anspruchsvoll und risikoreich sein, und nicht alle Trades verlaufen erfolgreich. Ein Nettogewinn ist nicht garantiert. |
| Gehandelte Anlageklassen | Langfristige Anleger konzentrieren sich häufig auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Indizes, da diese Vermögenswerte über längere Zeiträume hinweg wachsen können. | Kurzfristige Trader bevorzugen Märkte mit hoher Volatilität wie Forex. Auch Kryptowährungen werden häufig kurzfristig gehandelt, sind jedoch sehr volatil und können stark im Wert fallen. Kurzfristige Strategien sind jedoch auch bei Aktien, Indizes und Rohstoffen möglich. |
Wir haben bereits erwähnt, dass die Fundamentalanalyse ein wichtiges Instrument für langfristige Anleger ist – aber was bedeutet das genau? Die Fundamentalanalyse ist eine Strategie, mit der der innere Wert eines Vermögenswerts bestimmt werden soll. Dazu werden unter anderem Finanzberichte, Kursentwicklungen und Branchentrends analysiert.
Wenn Sie beispielsweise die Aktie von Amazon fundamental analysieren, würden Sie zunächst die Umsatzberichte des Unternehmens betrachten. Börsennotierte Unternehmen veröffentlichen Quartals- und Jahresberichte sowie weitere Offenlegungen; einige Unternehmen geben zusätzlich Prognosen ab, wobei dies variieren kann. Jahresberichte werden separat von Quartalsberichten veröffentlicht.
Die in diesen Berichten enthaltenen Informationen dienen dazu, die finanzielle Stärke eines Unternehmens sowie seine Geschäftspraktiken zu bewerten. Wenn die Quartalsberichte von Amazon beispielsweise ein kontinuierliches Umsatzwachstum zeigen, kann dies ein positives Signal sein.
Darüber hinaus können Sie analysieren, wie das Unternehmen seine Einnahmen verwendet. Wie viel wird reinvestiert? Werden neue Innovationen entwickelt oder neue Märkte erschlossen? Wie viel wird als Dividende ausgeschüttet?
All diese Faktoren sind relevant, da sie den Erfolg eines Unternehmens beeinflussen können. Neben diesen fundamentalen Eigenschaften sollte jedoch auch das Gesamtmarktumfeld berücksichtigt werden. Wenn beispielsweise der Einzelhandel boomt, befindet sich Amazon wahrscheinlich in einer starken Position. Im Falle einer Rezession könnte die Aktie hingegen unter Druck geraten. Externe Faktoren sollten berücksichtigt werden, stehen jedoch in der Regel an zweiter Stelle.
Sind die Fundamentaldaten eines Unternehmens solide, kann es langfristig besser positioniert sein, dennoch können Aktienkurse auch deutlich fallen. Genau dies versucht die Fundamentalanalyse zu beurteilen. Wenn die grundlegenden Eigenschaften eines Unternehmens überzeugen und sein Wert im Laufe der Zeit steigt, kann es sich um eine geeignete langfristige Investition handeln – Marktschwankungen können die Rendite jedoch weiterhin beeinflussen.
Langfristiges Investieren bedeutet, die eigenen Optionen zu analysieren, Wertpapiere auszuwählen, von denen Sie eine Wertsteigerung erwarten, und diese über einen längeren Zeitraum zu halten. Das ist die grundlegende Strategie. Dennoch sollte ein Portfolio nicht stagnieren. Langfristige Anleger können bestehende Positionen schliessen und neue eröffnen, wenn sich ihre Ziele ändern oder eine Anlage nicht mehr zur Strategie passt.
Dies setzt in der Regel ein diversifiziertes Portfolio voraus. Sie können sich beispielsweise ausschliesslich auf Aktien konzentrieren oder auch nur in ein einzelnes Unternehmen investieren. Viele langfristige Anleger entscheiden sich jedoch dafür, mehrere Wertpapiere gleichzeitig zu halten.
Das kann bedeuten, Aktien verschiedener Unternehmen zu halten, aber auch Rohstoffe oder ein Engagement in Indizes einzubeziehen.
Diversifikation hat im Wesentlichen zwei Vorteile:
Langfristiges Investieren ist eine Möglichkeit, sich den Finanzmärkten zu nähern, jedoch sind Renditen nicht garantiert. Jede Anlagestrategie ist mit Risiken verbunden, unabhängig davon, ob Vermögenswerte kurz- oder langfristig gehalten werden. Mit einer fundierten Analyse und einem disziplinierten Ansatz – insbesondere ohne mehr Kapital einzusetzen, als Sie bereit sind zu verlieren – bestehen jedoch Chancen auf langfristige Wertentwicklung.
Das Ziel besteht darin, Wertpapiere zu finden, die aus Ihrer Sicht über solide grundlegende Eigenschaften verfügen und deren Wert im Laufe der Zeit steigen kann, auch während Marktphasen mit erhöhter Volatilität. Wenn Sie an Ihrer Strategie festhalten und sich nicht von kurzfristigen Schwankungen abbringen lassen, kann langfristiges Investieren eine geeignete Anlagestrategie für Sie sein.